Fachgebiet Arbeitswissenschaft

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lidA 5 - FNA

lidA 5 - FNA

Titel:  Die Rolle der Alterssicherung für den Erwerbsausstieg im Kontext weiterer Einflussfaktoren – Auswertungen mit der lidA-Studie

Akronym: lidA 5 – FNA

Abstract: Für die deutsche Bevölkerung wird die Alterssicherung nach wie vor überwiegend durch die gesetzliche Rentenversicherung (1. Säule) getragen. Seit etwa zwei Jahrzehnten zielen Reformen auf den Ausbau des Drei-Säulen-Systems der Alterssicherung ab. Die Auswirkungen dieser zunehmenden Privatisierung des deutschen Rentensystems auf die Ruhestandsentscheidungen älterer Beschäftigter wurde bislang nur begrenzt untersucht. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass frühere Ruhestandskohorten noch überwiegend durch das „alte System“ einer weitgehend öffentlichen Altersvorsorge geprägt waren. Das vorgeschlagene Forschungsprojekt, das sich anhand des lidA-Datensatzes auf ausgewählte Geburtsjahrgänge der älteren Erwerbsbevölkerung fokussiert, verspricht vor diesem Hintergrund weiterführende Einblicke. 

Datengrundlage bildet die lidA-Studie. Sie ist eine prospektive Kohortenstudie zur Untersuchung von Arbeit, Gesundheit und Erwerbsteilhabe, die für die Geburtsjahrgänge 1959, 1965 und 1971 in Deutschland repräsentativ ist. Für das Jahr 2027 ist die fünfte Welle der lidA-Studie geplant, die erstmals eine Nachbefragung mit 13 Wellen alle 4 Monate (2027-2030) einschließt. Die Befragungsdaten der lidA-Studie sowie der Nachbefragungen werden mit IEB- und DRV-Prozessdaten verknüpft. Dies erlaubt, den späteren Erwerbsausstieg der Befragten tagesgenau zu erfassen. 

Die Analyse von Ruhestandsplanungen und -übergängen erfordert eine umfassende Kenntnis der finanziellen Situation, insbesondere im Hinblick auf zusätzliche Formen der Alterssicherung. Das angestrebte Projekt sieht daher eine detaillierte Erhebung privater und betrieblicher Bestandteile der Alterssicherung sowie weiterer finanzieller Ressourcen vor, etwa erwarteter Erbschaften, Grundbesitz oder Mieteinnahmen, ebenso wie potenzieller finanzieller Belastungen im Alter. Darüber hinaus sollen die Beweggründe für das Vorgehen bei der Alterssicherung sowie das Wissen zum Thema Alterssicherung mittels offener Fragen erfasst und deskriptiv ausgewertet werden. Damit hat das Vorhaben das Potenzial, in einer Zeit anhaltender Frühverrentung wichtige Erklärungslücken hinsichtlich des Einflusses der Alterssicherung auf den Zeitpunkt des Erwerbsausstiegs zu schließen.

Laufzeit: 01.10.2026 bis 31.03.2031

Finanzierung: Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA) der Deutschen Rentenversicherung (DRV)

Projektleitung: Prof. Hans Martin Hasselhorn, Bergische Universität Wuppertal

Wiss. Leitung : Dr. Nina Garthe, Bergische Universität Wuppertal

Kooperation: Prof. Dr. Dirk Hofäcker, Universität Duisburg/Essen