Bedarfs- und bedürfnisgerechte Reha-Inanspruchnahme und Schnittstelle Rehabilitation und Arbeit in Deutschland
Kurztitel: lidA 5 - DRV-Reha
Abstract:
Medizinische Rehabilitation dient der Sicherung der Erwerbstätigkeit und soll einen frühen Erwerbsaustritt verhindern. Eine engere Vernetzung der Rehabilitation mit den Betrieben kann die nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit älterer Beschäftigter im Zuge des Demographischen Wandels unterstützen. Im Rahmen der seit 2011 laufenden prospektiven lidA-Studie wird ein Projekt zur medizinischen Rehabilitation und Wiedereingliederung mit rund 6.500 Beschäftigten der Geburtsjahrgänge 1959, 1965 und 1971 durchgeführt. Ziel ist Bedarf, Inanspruchnahme und Wirksamkeit medizinischer Rehabilitation im Erwerbsverlauf näher zu erforschen. Im Einzelnen werden untersucht:
- Themenbereich A: Übergang von Reha-Intention zu -Antragstellung: Analysiert wird, wie häufig und wann Reha-Antragsintentionen in tatsächliche Anträge münden.
- Themenbereich B: Wechselwirkungen zwischen Arbeitswelt, Rehabilitation und Wiedereingliederung: Untersuchung inwieweit Arbeitsbedingungen bei der Durchführung medizinischer Reha-Maßnahmen berücksichtigt und Reha-Erkenntnisse im Wiedereingliederungsprozess genutzt werden.
- Themenbereich C: Prädiktive Validierung eines neuen Reha-Bedarfsmaßes: Überprüfung des in lidA-Welle 4 entwickelten ICF-Selbstausfüllers zur Vorhersage des Rehabilitationsbedarfs.
Datengrundlage sind die lidA-Wellen 1–5 sowie Nacherhebungen im 4-Monatsrhythmus (2027–2030), die präzisere Längsschnittanalysen ermöglichen und Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung von Reha-Prozessen liefern.
Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur Schnittstelle von Erwerbsarbeit, med. Rehabilitation und nachhaltiger Beschäftigungsfähigkeit älterer Beschäftigter und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Identifikation von Ansatzpunkten für die Weiterentwicklung von Reha-Prozessen im Erwerbsverlauf.
Laufzeit: 01.07.2026 bis 31.03.2031
Finanzierung: Deutsche Rentenversicherung Bund
Projektleitung: Prof. Hans Martin Hasselhorn, Bergische Universität Wuppertal
Wiss. Leitung: PD Dr. Jean-Baptist du Prel, M.P.H., Bergische Universität Wuppertal